Paszkan Michael-J.

 Diplom Designer

Kontakt

Für Fragen stehe ich Ihnen jederzeit per Email zur Verfügung.

paszkan@aol.com

      


Aktuelles:


Kunstausstellung

Grafik „Der Drucker“

Zur Eröffnung der Vernissage am

Samstag den 10. März 2012 um 16.00 Uhr

laden wir Sie und Ihre Freunde in das

Museum Bischofsheim

Darmstädter Str. 2 65474 Bischofsheim

www.museum-bischofsheim.de


auf das Herzlichste ein !



Buchdruck ist ein mechanischer Prozess, bei dem Schriften und Bilder in großer Anzahl auf ebene Flächen, meist aus Papier, reproduziert werden. Die dadurch erstellten Werke können in großer Anzahl verbreitet werden.

Anders sieht es bei Kunstwerken aus, denn Kunst ist ein individueller Prozess, bei dem Ideen und Gedankenwelten bei jedem Bild aufs Neue eine Symbiose eingehen. Die dadurch erstellten Werke können nicht in großer Anzahl verbreitet werden, da sie originär sind in ihrer Art und Weise.

Gutenberg aus Mainz, der Buchdruck, Papier, Farbbögen, Wölbungen; das alles sind zentrale Bestandteile der aktuellen Ausstellung.

Auch die neue Technik kommt zum Einsatz: Plexiglas als Hauptbestandteil, aber auch als Abdeckung des Eigentlichen, des Wahrhaftigen bzw. des Essentiellen.




Öffnungszeiten:

Die Ausstellung ist geöffnet am:

11.3., 25.3. und 22.4.2012

(an diesen Sonntagen wird Kaffee und Kuchen angeboten)

14.00 – 18.00Uhr


Michael Paszkan

Im Sampel 1 55246 Mz.-Kostheim

Tel. 0613426657

www. michaelpaszkan.de


ECHO-oline

13.03.2012 10:00 Ühr

Sandra Pürzl Bischofsheim

Und immer wieder Gutenberg


Mit Fotografien von Mainz, der Geburtsstadt Gutenbergs, die mit grafischen Zeichnungen von Druckerpressen kombiniert werden, bringt Michael-Josef Paszkan Johannes Gutenberg auf jedes Bild seiner Reihe „Der Drucker“. „Gutenberg ist persönlich oder durch seine Erfindung auf allen Bildern vertreten“, erläutert der Künstler.
Die Statue Gutenbergs, die am „Höfchen“ steht, wird zum Beispiel mit einer Druckerpresse mit Rädern kombiniert. So macht Paszkan aus einer klobigen Maschine einen mobilen Drucker. „Die Druckerpressen auf den Bildern sind unterschiedlich komplex. Diese Meisterwerke der Ingenieurskunst habe ich per Hand gezeichnet und im Computer mit den Fotos aus Mainz vereint“, erklärt der rumänische Künstler seine Arbeitsweise.

Durch seine Ausbildung als Diplom-Designer für Keramik und durch seine spätere Tätigkeit als Keramik- und Möbeldesigner erlernte Paszkan die Technik, mit der er heute seine Kunst ausübt. „Ich vermische das Rationale mit Gefühl und das Technische mit dem Künstlerischen“, sagt er. Diese eigenwillige Symbiose ist besonders anschaulich in seinen Grafiken von mechanisierten Lebewesen dargestellt. Dabei präsentiert Paszkan unter anderem das Innenleben eines Schwans und enthüllt Mechanik, wo Organisches hingehört. In solchen Werken zeigt sich auch der Humor des Künstlers, der sich nach eigenen Angaben besser durch seine Kunst als durch Worte auszudrücken weiß.
Die vielfältigen Möglichkeiten eines Grafikers – im Vergleich zu einem Maler, der Leinwände benutzt – zeigen Paszkans Arbeiten auf Plexiglas. „Wären sie nicht gerahmt, würde Licht durch die Porträts scheinen, genau wie durch Kirchenfenster“, versichert er. Die grafisch bearbeiteten Konterfeis berühmter Künstler wie Christo, Jörg Immendorf oder Albert Einstein, der Künstler unter den Mathematikern, sind jedoch als gerahmte Werke geplant gewesen und werden jetzt auch so ausgestellt.

Mit dem Einfluss des Lichtes auf die Wahrnehmung der Kunstwerke experimentiert Paszkan in seiner Bilderserie zur Druckerpresse: Die Grafiken wurden auf transparente Folien gedruckt, die wiederum hinter Plexiglas hängen. Weil man fast durch die Bilder hindurch blicken kann, erhalten sie eine Leichtigkeit, die die schweren Bauwerke im Hintergrund und die wuchtige Maschine im Vordergrund niemals erreicht hätten. Zum Beispiel in dem Bild, in dem die Druckerpresse im Schatten der Theodor-Heuß-Brücke steht: Weil die Grafiken nicht vom Licht angestrahlt, sondern durchleuchtet werden, wirken die Farben besonders intensiv, auch wenn es sich um eher zartes Hellgelb handelt.
„Meine Werke sind kompakt. Man muss sie mehrere Minuten betrachten, um herauszufinden, was der Künstler versteckt hat“, sagt Paszkan. In den nächsten drei Monaten hat jeder Besucher während der Öffnungszeiten des Heimatmuseums Gelegenheit, die Grafiken genau zu untersuchen und herauszufinden, was der Künstler sagen will.













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Lebenslauf

Michael-Josef Paszkan

Am 25.03.1952 in Sathmar/Siebenbürgen geboren.


Schulbildung:


1967-1972 Gymnasium für bildende Kunst Baia-Mare (Frauenbach)/Siebenb.


Studium:


1972-1977 Kunstakademie im Fach Bildhauerei und Keramik in Klausenburg/Siebenb. mit Abschluss als keramischer Diplom-Designer

Werdegang:

1977-1990 Keramik-Designer, Möbeldesigner, Freischaffender Künstler

1996 -2004 Modelleinrichter bei der Porzellan Manufaktur Höchst in Frankfurt am Main

Ausstellungen:

Einzellausstellungen und zahlreiche Gruppenausstellungen in der Kunstgalerie Sathmar, Klausenburg, Frauenbach (Baia-Mare), Bukarest, etc.

  • 1993 die erste Einzelausstellung in Deutschland, „Die Scheune“ in Geisenheim ,

  • bis 1995 weitere Einzel- und Gruppenausstellungen: Städtisches  Bürgerzentrum in Wiesbaden, Landratsamt in Ulm , Rathaus in Essingen; Haus der Donauschwaben in Sindelfingen, Rathaus in Hochheim am Main, Rathaus (10x1) in Mainz, Museum Wehener Schloss in Taunusstein,

  • 2008 Ausstellung mit 30 Grafiken im Museum Bischofsheim

  • 2011 Ausstellung mit 31Grafiken Hospiz Mainspitze e.V. Gustavsburg

  • 2012 Ausstellung "Der Drucker" im Museum Bischofsheim
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Mainspitze Rhein Main Presse 12. August 2011
| hak
„Beständig ist nur der Wandel“
Kunst: In den Räumen von Hospiz Mainspitze zeigt der Maler und Designer Michael Josef Paszkan seine Bilder
GUSTAVSBURG.

In den Geschäftsräumen von Hospiz Mainspitze (Bebelstraße 36) ist ab sofort eine neue Kunstausstellung zu sehen: Der Maler und Designer Michael Josef Paszkan stellt dort bis zum 15. November Bilder aus. Anschauen kann man die Kunstwerke zu den täglichen Öffnungszeiten (Montag bis Freitag von 9.30 bis 12.30 Uhr, donnerstags zusätzlich von 16 bis 18 Uhr).

Bei der Vernissage hieß Hospiz-Vorsitzende Christa Bracht-Kuckuk Gäste und Freunde des Künstlers willkommen. Unter ihnen war auch dessen Tochter, die Kunsthistorikerin Orsolya Maria Sauerbrey, die einführende Worte sprach. Wie der Künstler verriet, habe er in die Ausstellung Bilder mit lokalem Bezug aufgenommen, die den Monumentalbau des Mainzer Doms ebenso wie Stadt-Impressionen zeigen.
Mit Zeichnung und Fotokunst wurden digitale Verwandlungen herbeigeführt und surreal verfremdete Symbole einbezogen, um der permanenten Veränderung und Dynamik des Lebens Ausdruck zu verleihen, sagte dazu die Kunsthistorikerin. „Das einzig Beständige ist der Wandel“ – das sei auch bei dem mächtigen Dombauwerk zu sehen, das seit Jahrhunderten dem Wandel der Zeit unterworfen sei, indem Witterung, Kriege und politische Umbrüche das Bild prägten.
Auch der Steinhaufen, der sich in den Bildern mit der Ketteler-Figur findet, symbolisiere die Vergänglichkeit des menschlichen Schaffens.
Stimmungen und Betroffenheit des Künstlers rühren den Betrachter aber auch an, wenn eine fotografisch fixierte Bischofs-Plastik, zwischen Metallschrott hockend, dem Betrachter den Rücken zukehrt. Oder wenn sich Versatzstücke des Willigisdoms zu obskuren Sitzmöbeln unter der Betonkuppel eines Reaktor-Gebäudes gesellen und – in symbolischer Verschleierung – mit Mitra und leuchtendrotem Klatschmohn eine Symbiose eingehen.
Im Bewusstsein des geschichtsträchtigen Bodens im nächsten Schritt zwischen martialischen Festungsmauern eine Guillotine zu assoziieren, das erscheint dann regelrecht folgerichtig. Ästhetischen Genuss bescheren auch Grafiken wie der Turm von Babel oder ein Domino-Effekt.
Ferner bestechen Frauen-Portraits, während die Handicaps eines gebeutelten Don Quichotte für menschliche Schwächen Wiedererkennungswert beinhalten.

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Mainspitze Rhein Main Presse Dienstag, 9.August 2011
Sozialkritisches vom Designer
09.08.2011 - GUSTAVSBURG
AUSSTELLUNG Bilder des Kostheimers Michael-Josef Paszkan beim Verein „Hospiz Mainspitze“
(uli). Seit Samstag gibt es in den Räumen von „Hospiz Mainspitze“ im Seniorenheim mit den Bildern des Kostheimer Designers Michael-Josef Paszkan eine neue Ausstellung zu sehen. Die Hospizvereins-Vorsitzende, Christa Bracht-Kuckuk, freute sich, dass die vielen Wände erneut mit hochwertiger Kunst bestückt werden könnten.
Eine fachkundige Einführung in die Werke ihres Vaters gab die gelernte Kunsthistorikerin Orsolya-Maria Sauerbrey. Zunächst habe der 1952 in Sathmar (Siebenbürgen) geborene Aussteller an der Kunstakademie in Klausenburg Bildhauerei und Keramik studiert und seinen Abschluss als Diplom-Keramiker gemacht. Bis zu seiner Übersiedlung nach Deutschland im Jahr 1990 arbeitete er als Möbel- und Keramik-Designer und immer wieder als freischaffender Künstler.
Zwischen Surrealismus und fantastischem Realismus
Das setzte sich auch während seiner Tätigkeit als Modell-Einrichter bei der Porzellan-Manufaktur in Höchst fort. Über 1 500 Zeichnungen und grafische Darstellungen umfasst das Werk des inzwischen pensionierten Designers. In zahlreichen Ausstellungen in der Region, unter anderem auch im Bischofsheimer Heimatmuseum, waren Paszkans Bilder schon zu sehen.
Stilistisch changieren seine Arbeiten zwischen sozialkritischer Darstellung, dem Surrealismus oder dem fantastischen Realismus. „Ich kann nicht abstrakt, ich muss immer etwas Konkretes als Ausgangspunkt vor mir haben“, verriet Paszkan im Gespräch.
Die Verwurzelung mit seiner neuen Heimat gibt es in vielen Exponaten zu sehen. Die Fassade des Mainzer Domes, Fenster aus Sakralbauten der Region, die Reduit oder das Standbild Bischof Kettelers: In seinen collageartig angelegten Arbeiten tauchen Ikonen der Region regelmäßig auf. Teilweise sind es Fotografien, die Paszkan am Computer bearbeitet und nach dem Ausdrucken noch mit Druckerfarben überzeichnet. „1-Euro Jobber mit Mobilitätsgarantie“, heißen zwei Bleistiftzeichnungen, bei denen er eine moderne Don-Quichote-Figur mit anatomischer Genauigkeit, aber bereits dem körperlichen Verfall preisgegeben, darstellt. Insgesamt ist den Werken anzusehen, dass sie aus der Ideenschmiede eines Designers kommen. Die bisweilen glatt wirkende technische Perfektion, die gefällige Kombination geometrischer Elemente oder die dekorative Farbigkeit: Diese Bilder sollen kalkulierte Wirkung erzielen. Die zivilisationskritischen Aussagen sind überdeutlich. Dennoch bleibt noch genügend Assoziationsraum für den Betrachter, sich gedanklich in die Bildtiefen zu versenken. Bis November können sich die Besucher des Vereines „Hospiz Mainspitze“ noch damit beschäftigen.



Impressionen der Ausstellung














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Gesamtkataloge




l. Katalog 1970-1990, 1-179 mit 179 Objekte

ll.Katalog 1990-2005, 180-312 mit 132 Objekte

lll. Katalog 2004-2006, 313-468 mit 155 Objekte

lV. Katalog 2004-2005, 469-810 mit 341 Objekte

V. Katalog 2005-2006, 811-912 mit 101 Objekte


IV.Katalog 2007, 913-1041 mit 128 Objekte

Vll. Katalog 2008, 1042-1146 mit 104 Objekte



Vll. Katalog 2010, 1147-1204 mit 57 Objekte



lX. Katalog 2010-2011,

1204-1570 mit 366 Objekte



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Kunstkritik (Irisz Sipos)

Drei Eier, drei Farben, sein und nicht sein“

Der siebenbürgerische Künstler Michael-J. Paszkan


Die Werke von Michael Paszkan führen den Betrachter in eine bizarre, zugleich fremd und vertaut wirkende Bilderwelt: Porträts, Masken heben sich reliefartig aus dem Bildraum oder schweben, mit flüchtigen Pinselstrichen gezeichnet, über der rauen Bilderfläche. Amorphe Tiergestalten, tiergestaltige Maschinen wandern durch surreale Räume, ächzen, klappern, quietschen und bewegen sich - wenn man ihnen nur mutig entgegentritt – auf Knopfdruck. Nichts ist so, wie auf dem ersten Blick. Farben und Materialien verraten erst beim Nähertreten ihren Beschaffenheit: eine bunte Fläche im Vordergrund entpuppt sich als aufgeklebtes Spagetti-Feld, das schattierte Augenlied der „Schwiegermutter“ als feiner Sand – oder Sesamfilm. Die Bilder laden zu Entdeckung ein, wollen verblüffen und nicht zuletzt verunsichern. Alte Sehgewohnheiten brechen auf: banal scheinende Details schließen sich zu neuen Bildern zusammen, schon bekannte Formen zerfallen in bizarre Kleinstteile. Wer sich auf dieses visuelle Siel einlässt, wird überrascht sei von der Vielfalt der eingesetzten Ausdrucksmitte, die von der expressiven Handhabung von Pinsel und Acryl bis hin zu bunt bemalten Wäscheklammer und Schraubenköpfen reicht.
Michael Paszkans künstlerischer Werdegang zeugt von dem Streben nach einer eigenständigen Formen – und Ausdruckswelt bei einer steten Verfeinerung der technischen Fertigkeit. Der 1952 geborene Siebenbürger begann seine Studien an der Kunstakademie in Klausenburg mit Bildhauerei. Dass ihn das plastische Genre nachhaltig prägte, ist unschwer zu erkennen: es durchzieht bis heute auch sein malerisches Werk. Ein böser Geist zwang den jungen Student zum Wechsel der Materialien, und so konzentrierte sich Michael-J. auf die Keramik.
Die Umstellung auf das kleinere Format erwies sich als Gewinn. Bereits in den Lehrjahren entwickelte Paszkan den für ihn so bezeichnende Reliefstil: die Gestaltung einer Figur aus dekorativ nebeneinander – gesetzten kleinen Figurpartikeln. Die Motive sind in das Negativ gearbeitet – durch Eindrücken winziger Gegenstände wie Zahnräder, Schrauben und Ketten in die weiche Modelliermasse. Dann wird das eigentliche Relief in Gips, Keramik oder Graphit gegossen. So entstehen Porträts, Charakterköpfe oder Fabelwesen, deren Züge sich in archimboldonischer Manier aus den unterschiedlichsten Teilchen zusammenfügen. Dieses Verfahren hat eine starke graphische Wirkung der Reliefs zur Folge. Der räumliche Licht-Schatten –Effekte wird gleichsam auf die zweidimensionale Ebene zurückgedrängt; anstatt der Plastizität dominieren Konturen und scharfe Linien. Dadurch wird der Ausdruck der Gesichter intensiviert Wirkung zuweilen an die Ikonenkunst der Ostkirche- eine Reminiszenz, der sich siebenbürger Künstler sicherlich bewusst ist.

Die Formenwelt von Paszkans „Relief-Graphik“ entstand aus dem Bestreben, dem weichen, aber unbelebten Ton organische Formen zu entlocken, das Arbeitsmaterial selbst als lebendigen Organismus darzustellen. Daher wählte er als „Druckstempel“ Gegenstände aus der Welt der Fauna und Flora: Schalentiere und Fruchtkerne sind hier die Haupt-Gestaltungselemente. Diese wichen allmählich den anorganischen, technischen Teilen wie Zahnrad Fahrradkette und Metallstift.
Im folgenden entstanden ganze Tiergärten aus dem mechanischen Baukasten Paszkans. Aberwitzige Konstruktionen bringen scheinbar funktionierende, lebendige Maschinenkörper hervor, Körper, deren tote Materie zunächst zum Leben, dadurch jedoch wiederum zum biologischen Zerfall bestimmt ist. Diese Maschinen werden krank, können alten und schließlich sterben, sie haben große und kleine Macken, Gefühle, Charakterstärken und Charakterschwächen - sie sind halt auch nur Menschen. Der humanisierte Roboter und der robotisierte Mensch werden sich in den Werken des Künstlers immer ähnlicher, bis die Grenzen zu fließen beginnen und sich schließlich ganz auflösen.
Die neueren Bilder von Paszkan zeugen von großer Exprimentierfreudigkeit sowohl im technischen Verfahren als auch bei den bilderischen Mitteln. Verschiedene Kunstgattungen werden virtuos gehandhabt, Relief und Plastik montageartig mit Malerei und Computergraphik verbunden. Die Inhalte sind die provokative Zuspitzung seiner bisherigen Themen: das Forschen nach menschlicher Wesensart in einem technisierten, digitalisierten Lebensraum.


231. Tag der Köpfe, 3-teilig, Acryl, 110x246 cm, Mz.-Ko. 1995



Tag der Köpfe“ ist der Titel eines 110 cm x 246 cm großen Triptychons aus dem Jahr 1995. Es zeigt im Vordergrund einen männlichen Körper vor einer unwirklichen Wüstenlandschaft in leicht gebückter Haltung mit seitlich ausgestreckten Armen, die fast die gesamte Bildbreite einnehmen. Der Körper ist nackt, ohne Haut, wie ein anatomisches Schaubild. Skelett, Muskelfasern und das Adernetz liegen offen, nur das Gesicht ist noch als solches auszumachen. Es ist Albert Einstein, mit wehenden Haaren und weit aufgerissenen Augen. Wo die rechte Brusthälfte sein müsste, ist die Bildoberfläche aufgerissen: das Innenleben des modernen Schmerzensmannes ist das einmontierte Gewirr von Modulen und Kabeln, erschreckend in ihrer drastischen Realistik und Plastizität. Augenfällig ist der Bezug des Corpus am Kreuz mit durchstoßenem Herzen. Aber auch der gefesselt Prometheus fällt den Betrachter ein, der den Menschen das Feuer vom Olymp stahl und dafür von den Göttern grausam bestraft wurde. Die Gestalt ist an den Armen mit seinen eigenen Sehnen und Adern an eine Reihe von gläsernen Quadraten gefesselt, wobei es nicht genau zu sagen ist, ob er diese Klötze trägt oder ob sie ihn an den Boden binden, ob sie ihn nähren und ob er sie mit seine Blut speist. In den gläsernen Quadern, die das Licht das unmittelbar von der Figur ausgeht, wie Prismen zerlegen, scheinen Bruchstücke von Welt auf Briefmarkenpapier auf - eine Serie von Computerzeichnungen aus einem anderen Bilderzyklus. Und immer wieder die Eier , die weißen Eier und die Eier in den drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau , ein Motiv , dass sich durch das gesamte Oevre des Künstlers zieht. Es ist nicht leicht, wenn nicht unmöglich, das Bild zu deuten. Die surreale Atmosphäre und die geheimnisvolle Symbolik sperren sich der Erklärung. Der Betrachter spürt wieder nur eine beklemmende Fremdheit, gleichzeitig aber die Ahnung, dass all dies auch ein Teil von seiner Lebenswirklichkeit ist. Als wäre das Bild ein Abbild der Welt, den sich der Mensch erdacht, erplant und erbaut hat Diese Welt nun hat der Künstler wie mit einem Skalpell geöffnet, ihre unterschwelligen, nicht kontrollierbaren Mechanismen freigelegt. Was sichtbar geworden ist, ist erschreckend: die rationale, mechanisierten Strukturen haben den Menschen selbst durchdrungen, er ist zum Produkt einer Maschinerie geworden, die ihn schließlich seiner eigene Menschlichkeit entkleidet. Einstein, das Bild des Menschen dieses Jahrhunderts, des großen Humanisten und Pazifisten, des Philanthropen und Aufklärers, dessen letzte bleibende Schöpfung die Atombombe sein wird...
Düsteres und Satirisches , Besinnliches und Provokantes stehen in Paszkans Werk nebeneinander . Er scheut weder den Pathos , noch verkneift er sich ein leises Augenzwinkern , wenn er sich daran macht , Menschliches darzustellen . Sein eigenwilliger Stil , den er selber verschmitzt und mit unverhohlener Selbstironie als „Paszkanismus“ bezeichnet , sind eine gelungene Verbindung von künstlerischer Scharfsicht , technischer Versiertheit und einer außerordentlich reichen Bildphantasie .


189. Das gebrochene Bein, mechanische Teile, 48x100 cm, Mz.-Ko. 1993


„Das gebrochene Bein“gehört zu einem riesigen Vogel, der sich mit weit ausgebreiteten Schwingen dem Betrachter präsentiert. Dass es sich um eine Eule handelt, steht außer Zweifel, wenn sich auch der erste Eindruck beim zweiten Blick schon infrage stellt. Die „Eule“ ist eigentlich eine metallene Apparatur, mit Gelenken aus Scharnieren, Gliedmaßen aus Eisenplatten und Sehnen aus Stahlfedern. Ihr Gefieder ist ein kunstvoll ausgespanntes Netz aus Nähgarn, beklebt mit feinen Sesam- und Erbsenkörnern, und ihre Krallen bestehen aus gebogenem Kupferblech. Wie ein Fabelwesen aus der Märchenwelt: in geheimnisvollen Blau- und Grüntönen schillernd schwebt sie im Schmuck ihrer Korn- Perlen auf dem leuchtenden Hintergrund. Wenn man den Zauberknopf drückt, führt sie ihren mechanischen Kopf gewichtig nach vorne aus. Dass auch ihre Beine beweglich sind, wurde ihr zum Verhängnis: das rechte Bein ist verletzt und bandagiert. Der angeknackste Riese - eine ironische Fraktur die in den Werken von Paszkan häufig anzutreffen ist. Sogar die leblose Maschine, und sei sie noch so robust, muss im ungleichen Kampf mit dem Älterwerden Federn lassen. Nobody is perfect. Das klingt tröstlich und lässt dieses archaische Vogelmonster gleich viel menschlicher erscheinen.


293. BSE, 4-teilig, Acryl, 92x196 cm, Mz.-Ko. 1995



 BSE In einer surrealen, grellbunten Landschaft bewegt sich eine Herde von rinderähnlichen Wesen in den Bildraum hinein. Die Landschaft gleicht einer Wüste oder einer Steppe ohne Vegetation, der Horizont ist in einem schwelenden Gelb, der Himmel in blutigen Rot gehalten. Das ganze wird von einer schwarzen Himmelskuppel abgeschlossen, die rechts und links bis zum unteren Bildrand reicht Rechts von der Bildmitte wächst im Vordergrund eine Art Baum über die gesamte Bildhöhe. Der Baum ähnelt einer archaischen oder auch folkloristischen Darstellung von dreigliedrigen Lebensbäumen . Er entfaltet zwei waagerechte Äste, deren Kronen sich zum Adernnetz von Lungenflügeln weiten. In der Mitte hebt sich eine runde braune, aus Pappe modellierte Masse aus dem Bild. Die braune Masse ist unschwer als Gehirn zu identifizieren. Wo die Gehirnlappen geöffnet sind, wird ein elektronisches Kabelwerk sichtbar- der funktionierende Kern des zentralen Nervensystems. Mit etwas morbider Phantasie wird man erkennen, dass dieser Kern schon angefressen ist: die Seuche hat sich seiner bemächtigt, der Zerfall hat begonnen. Der todbringende Lebensbaum wurzelt in dem Boden, auf dem die Rinder- oder Büffelherde dahintrabt. Die Tiere sind in durchsichtige Hüllen gefasst, die wie einzelne Zellen mit kleinen Geißeln den Wurzeln im Bildvordergrund zustreben. Sie bilden somit eine Gegenbewegung zu den Rindern, die nur schräg von hinten zu sehen sind. Die Tiere sind mit dem Computer gezeichnet und kollageartig in das Bild eingesetzt. Sie sind im Grunde alle gleich, lediglich ihre Größe variiert. Eine Herde von Labortieren, Retortenvieh, das, für jede Schwäche anfällig geworden, den Keim der Krankheit schon in sich trägt.
Ein kaum lösbares Rätsel ist der große Vogel in der linken oberen Bildhälfte. Der Gestalt und den Federn nach ein Eisvogel , aber ornithologisch nicht zu bestimmen , erinnert es an die Unheilsverkünder , an die Todesvögel der Märchen und Sagen . Er hat seine Eier - rot, blau und gelb - in die Verästelung des linken Lungenflügels gelegt und fliegt nun in weitem Bogen auf den Betrachter zu .
Interessant ist auch die Betrachterperspektive. Die Augenhöhe befindet sich in etwa auf der Ebene des Bildhorizontes. Der Blick auf das dunkel umrahmte Bild ist wie ein Blick aus einer dunklen Höhle in die erleuchtete Landschaft. Ein irisierender Lichtreflex erweckt den Eindruck, das Bild durch eine Glaslinse im Gegenlicht zu sehen: der Betrachter gewinnt Abstand zum Dargestellten, der Wahnsinn bleibt hinter der Scheibe.
Trotz der düsteren Thematik und der wilden, expressiven Farbgebung wird man das Gefühl nicht los, dass das Bild sich über seinen eigenen Inhalt lustig macht. Ein gewisser satirischer Zug bleibt unverkennbar. Allzu spielerisch sind die einzelnen Bildelemente zusammengefügt, ausgearbeitet und dekoriert. Das unheilschwangere Sujet verrät eine gewisse Distanz zu der Panik, die die BSE-Nachrichten ausgelöst haben. Der vage Verdacht, der schwarz- rot- goldene Hintergrund und das Lichtspiel aus der „Scheibe“ könnten ein leiser Hinweis auf die überzogen reagierende bundesdeutsche Medienlandschaft sein, lässt sich nicht ganz von der Hand weisen. Der Rinderwahnsinn als Bildmotiv: Paszkans Acrylbild ist eine eigenwillige Antwort auf die panische Berichterstattung in den Medien.




229. Wegkreuz, 3-teilig, Acryl, 92x178 cm, Mz.-Ko. 1995


Wegkreuz
-Ein riesenhaftes Kreuz spannt sich über die Bildfläche und teilt sie in vier unterschiedlich große Ebenen. Im Hintergrund eine Wüstenlandschaft, gelber Boden, hoher, hellblauer Himmel. Die Sonne vermutet man dort, wo sich die Drehscheibe der Kreuzachse befindet, von dort flutet strahlenförmig Licht in den Bildraum. Die Drehscheibe im Zentrum des Kreuzes ist in der Mitte und an den Armen mit perlenartigen Gebilden geschmückt und tatsächlich drehbar. Je nach Einstellung verbindet sie die- verlängerten Kreuzbalken miteinander oder scheidet sie von der Achse ab. Geschieht letzteres, dann laufen die Arme auf der Drehscheibe in offene Lichtkanäle aus, deren Enden wie zerfaserte Wurzelwerke aussehen. Auf dem längeren rechten Kreuzbalken sitzt ein dunkler Phantasievogel mit langem Schnabel über drei bunten Eiern- einem Leitmotiv in Paszkans malerischen Schaffen. Ansonsten ist der gesamte Querbalken mit Vogeleiern gefüllt, selbst im oberen Bereich des Längspfosten sind welche zu finden. Aus den Armen des Kreuzes wachsen zarte, gebogene „F„den. An einigen hängen mit Körnern eingerahmte Bildfetzen, die langbeinige Elefanten zeigen. Die Elefanten wandern über den gelben Bilduntergrund und erinnern mit ihren dünnen Stelzen an die Wüstenfiguren Dalis.
Das „Wegkreuz“ könnte ein am Wege aufgestelltes Kreuz sein, ein Markstein in der Wüste, der Ort des Ruhens oder Verharrens. Es kann jedoch auch die Kreuzung sein, das Sich- Kreuzen von Wegen, die aus dem Nichts kommt und ins Nichts führen, und die wenn sich das Achsenkreuz verschiebt, sich nicht einmal mehr berühren. Die Bedeutung und Bestimmung des Wegkreuzes ist ungewiss, ist nur die suggestive Wirkung, die aus seinem Mittelpunkt ausgeht und auf den sich die gesamte Komposition zu konzentrieren scheint. Dieser dynamische Mittelpunkt bricht die quadratische Gliederung des Bildraumes durch ihre zentripetale Kraft, mit der sie alle Bildelemente auf sich bezieht. Trotz seiner Plastizität und Massigkeit kreist er schwerelos um die eigene Achse. Ein rätselhaftes Bild das den Betrachter weniger bildhaft- rational als sinnlich -visuell berührt und zum freien meditativen Assoziieren anregt.

228. Die Spiegeleier, 3-teilig, Acryl, 110x246 cm, Mz.-Ko. 1995



Die „Spiegeleier“,denen dieses Bild offensichtlich seinen Titel verdankt, sind wieder eine der zahlreichen Variationen, in denen die Eier in den drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau bei Paszkan auftauchen. Diesmal brutzeln sie in der Sonne auf einer Art transportablem Ofen mitten in der Wüste. Sie befinden sich in illustrer Gesellschaft, sozusagen in unmittelbarer Nähe zu Mahatma Ghandi, der sich soeben auf einem englischen Klosett erleichtert.
Der derart thronende indische Politiker ist in der Mitte des querformatigen Bildes platziert und nimmt das gesamte mittlere Drittel der Fläche ein. Gleich dreimal ist er zu sehen, denn die Bewegung, mit der er sich auf dem Klosett niederlässt, ist in drei unterschiedlichen Momenten dargestellt. Ghandi ist, wie man ihn kennt, dürr bebrillt, kahlköpfig. Sein Kopf - bzw. seine drei Köpfe - stechen hell leuchtend von dunklen Hintergrund ab, die unbekleidete magere Gestalt ist durch - scheinend, fast immateriell. Er stützt sich auf seinen Wanderstab, als würde ihm die hockende Haltung Mühe bereiten.
Das Klosett mitsamt Benutzer steht in einer surrealen, von dunkelroten Tönen dominierten Wüstenlandschaft im Bildvordergrund. Rechts davon liegt auf zwei aufgestellten Backsteinen besagte Mettalplatte mit den drei aufgeschlagenen und mittlerweile durchgebackenen Eiern. Zwischen Klosett und Ofen rollen noch einige Eier im roten Sand. Man wird das Gefühl nicht los, dass außer den Spiegeleiern noch etwas ausgebrütet werden soll, etwas zutiefst Groteskes und sehr Unangenehmes.
Ghandi auf WC - wie ein Hohn auf die weltbewegende Erfindung der britischen Imperialmacht. Lässt der Künstler Ghandi - stellvertretend für sei indisches Volk - hier demonstrieren, was er über die englische Weltpolitik denkt, oder gesteht sich der große Ghandi notgedrungen ein, auf das eine oder andere importierte Kulturgut nicht verzichten zu können?
Wie dem auch sei, aus dem Bild spricht beißende Ironie. Es ist auf Konfrontation aus, auf die nahezu quälende Verbindung von Gegensätzlichem, sich Entgegenstehendem; die Konfrontation zwischen Britischem und Kolonialem, zwischen Ghandi und W(inston) C(hurchill), zwischen Geistigem und Biologischem hätten kaum krasser und gehässiger ins Bild gebracht werden können. Man kann sich der Wirkung des Bildes nur schwer entziehen, dreimal zwei Augen schauen dem Betrachter entgegen, erzwingen den Blickkontakt - den Blickkontakt zu einem soeben defäkierenden Menschen: peinlich!
Das Bild „Spiegeleier“ ist eines der extremsten und unerbittlichsten Paszkans, was die Bildidee und den Bildinhalt betrifft. Die technische Bravour und der unverblümte Sarkasmus sind gleichermaßen ausschlaggebend für die suggestive Wirkung, die von diesem Werk ausgeht. Hier schmoren nicht nur die Spiegeleier, auch der wehrlose Betrachter wird weichgekocht.



291. Genese, Acryl, 67x150 cm, Mz.- Ko. 1995

Genese- Der aus drei gleichen großen, hochformatigen Bildtafeln bestehende Triptychons reiht sich in eine Serie von Darstellungen, in denen Michael-J. in immerneuen Darstellungen das Thema der Entstehung von Leben variiert: dem Einsinken belebter Zellen in das fruchtbare Milieu einer schwelenden, undifferenzierten Masse.
Während die beiden Seitenflügel keine wirklich figurale Darstellung zeigen, erkennt man in der mittleren Tafel schemenhaft ein Frauengesicht im Halbprofil, in viele Partikel gegliederten Hände ragen aus dem Bildraum heraus. Obwohl die Hand nach oben gehalten wird, zeigen die Finger wieder nach unten, die Aufwärtsbewegung wird so wieder nach unten geleitet, wie überhaupt alles dem Bildgrund zustrebt. Farbige Tropfen fallen nach unten und ziehen weiße Fäden über das Bild. Die Seitenflügel sind ähnlich konzipiert. Auch dort erscheint als Bildhintergrund eine Art Meereslandschaft, mit tiefliegendem Horizont, wobei Himmel und Wasser in Farbigkeit und materieller Dichte nahezu austauschbar wären. Farbspritzer, die vertikal oder diagonal den Bildraum durchziehen, bringen Bewegung, Unruhe in das Geschehen.
In ihrer seltsamen Mischung aus Abstraktheit und Gegenständlichkeit erinnern die Bilder an Vorstellungen von kosmischer Urzeugung, dem Beginn von Leben in der Ursuppe, dem Beginn allen Lebens auf unserem Planeten. Reminiszenzen an Bilder alter Schöpfungsmythen werden geweckt: "Eva", was nichts anderes heißt als "Mutter aller", erscheint wie die Personifikation empfangender Fruchtbarkeit. Oder ist es Gaia, der Ozean, die Urmutter, die den Himmel/Uranus aus sich selbst hervorbringt, um ihm dann Kronos, die zeit, zu gebären? "Genese" zeigt den Zustand vor der Zeit, vor dem Einsetzen von Entwicklung und Historie - oder den ersten Augenblick, in dem Nichtsein von Entstehen abgelöst wird, in dem Sein und Leben ihren Anfang nehmen. Gaia-Uranus, Apsu-Tiamat, das weibliche und männliche Prinzip bilden die Polaritäten, in die sich die Bilder formal und inhaltlich spannen. Der Gegensatz zwischen horizontalen und vertikalen Linien; zwischen der farblich wie figural indifferenten Fläche des Hintergrundes und der eindeutigen, in den Grundfarben erscheinenden Gebilden; die an Samenzellen erinnern; zwischen Statik und Dynamik - dieses Gegensatzgefüge sprengt die Gestaltungsprinzipien des Werkes auseinander und bewirkt seine Lebendigkeit.
Doch ein Bild über "Genese", Entstehung von Welt und Leben, hat neben seiner inhaltlichen Bedeutungsschicht einen eminent ästhetisch-reflektierenden Kern. Denn nichts anderes ist das Kunstwerk, als Nachvollzog, Wiederholung und Neubeginn des Schöpfungsaktes, eine zweite Kreation die einen eigenständigen, für sich bestehenden Kosmos hervorbringt. In "Genese" erscheinen die Bausteine bildender Kunst in Reinform: Fläche und Linie, Hell und Dunkel, Kontraste, Bewegung und Farben, die Spuren von Werkzeug und Manier, von Konstruktion und Zufall, von Planung und Intuition - im Mittelstück verdichten sie sich zur Gestalt, zum Bildnis. Zündendes Moment ist der Künstlerische Wille: er ist das ordnende Element im Chaos der vorgefundenen; auf die er immer wieder hinarbeitet. Ist es das ewig Weibliche des Eros, ist es die Suche nach der Herkunft, dem mütterlichen Urprinzip, oder ist es die Ästhesie selbst, die Muse, die Inspiration? Vielleicht ist es alles zusammen: Ursprung, Weg und Ziel künstlerischen Schaffens.
In dem Triptychons, diesem "Altarbild" der Genesis, feiert sich der schöpferische Akt, feiert sich die Kunst selbst.




286. Hängende Flecken, Acryl, 51x77 cm, Mz.-Ko. 1995

Hängende Flecken- Vor einem mit horizontalen Farbstreifen gestalteten Hintergrund schweben die Flecken: längliche, spindelförmige Farbkörper an fadenartigen hellen Linien. Wieder sind es die drei Primärfarben Rot, Gelb und Blau, die Grundbestandteile des Farbspektrums, deren, deren elementare Kraft den Künstler immer wieder fasziniert. Gleich zweimal erscheint diese Farbgruppe im Vordergrund des Bildraumes: In der linken Bildhälfte hängen die Farben, leicht verwischt und als Pinselstriche erkennbar auf den Fäden, die oben, im Bild nicht sichtbar, befestigt sind. Beide Grüppchen werfen scharfe Schatten auf den Hintergrund:
Interessant ist die Abstufung der Tiefenebenen. Im Vordergrund, wie gesagt, befinden sich die "hängenden Flecken". Sie scheinen an eine "Wand" zu stoßen, an der, wie in einem Prisma, die Primärfarben in Mischfarben aufgelöst aufleuchten. Diese Ebene ist flächig gestaltet, die Farbfelder verlaufen vertikal und sind durchzogen von grauweißen Bögen. Auf dem hintersten Grund, durch die horizontalen Linien in den Tieferaum hineinreichend, sind es wieder reine Farben, die sich in Streifen übereinahnderlegen und so wie ein - schon leicht verschwommenes - bildnerisches Zitat der "Flecken" wirken.